Fellbacher Moiakäfer Gschichtle Schriftzug – handgeschrieben mit der Feder in Olivgrün

3 Geschichten über die Fellbacher Maikäfer und wie die Stadtbewohner zu ihrem Necknamen kamen

Wie die Fellbacher zu ihrem Necknamen „Maikäfer“ kamen, das weiß wohl niemand mehr so ganz genau. Im städtischen Archiv gibt es dazu gleich mehrere unterhaltsame Fellbacher Maikäfer Geschichten.

1. DIE FLUCHT DER MAIKÄFER

Aus dem Fellbacher Stadtarchiv, 27.10.1966
Nach Erzählung alter Fellbacher sei der Neckname „Maikäfer“ für die Fellbacher folgendermaßen zustande gekommen: In einem Maikäferreichen Jahr hätten die Fellbacher große Massen Maikäfer gesammelt, die im Backhaus verbrannt werden sollten. Als dies jedoch geschah, flogen die eingesammelten Maikäfer durch den Kamin des Backhauses wieder hinaus. Der amüsante Vorfall, bei dem die Fellbacher das Nachsehen hatten, habe den Fellbachern den bekannten Necknamen eingetragen.

Illustration: Maikäfer im hohen Gras mit gelben Blümchen und Marienkäfer

2. EIN SILBERLING FÜR 1000 FELLBACHER MAIKÄFER

Aus der Festschrift „Fellbacher Briefmarkenausstellung, 7. – 9.9.1962“
Gemeindeoberhäupter von Anno Domini 1662 beschlossen, um der großen Maikäferplage Herr zu werden, für je 1000 abgelieferte Käfer, ein Silberling zu zahlen. Da kamen doch zwei Buben mit einem großen Sack voller Maikäfer. Aber, o weh, der Mann mit dem Gemeinde­säckel erkannte die Buben, die aus der Nachbargemeinde Schmiden waren, und sagte: „Das sind doch keine Mai-käfer aus Fellbach.“ Die Buben aber nicht faul, leerten die Sacke auf die Straße, alle Käfer flogen davon und dann schrien sie: ,,Sehen Sie, das sind doch Fellbacher Maikäfer!“

Illustration: Maikäfer läuft nach links im hohen Gras. Zu sehen sind auch zwei illustrierte gelbe Blumen.

3. DER HERZOG WARS!

Aus der „Waiblinger Kreiszeitung“ vom 25.10.1955
Über diesen Necknamen der Fellbacher wurde schon des öfteren geschrieben, aber eigentlich nicht die wahre Geschichte erzählt und der Umstand, wie die Fellbacher zu diesem Namen kamen.

Es war zur Zeit, als die Jagden in der Fellbacher Markung noch herzögliches Eigentum waren. Zu der alljährlich abgehaltenen Treibjagd musste Fellbach immer die Treiber stellen, und diese erschienen dann jeweils zu Ehren ihres Landesherren im einheitlichen Festgewande und in der Tracht, wie sie ihnen von ihren Vätern hinterlassen wurde. Bei diesem Anblick der in Reih und Glied vor dem Rathaus angetretenen Fellbacher Bürger machte der Landesherr sichtlich belustigt die Bemerkung: „Einer sieht dem anderen gleich, wie die Maikäfer!“ Seit dieser Zeit haben die Fellbacher ihren herzoglich verliehenen Necknamen, der in allen Variationen schon inzwischen erzählt wurde, aber geschichtlich so entstanden ist.

Dies hat der verdiente Fellbacher Lehrer Eckstein seinen Schülern in den Jahren des ersten Weltkrieges immer wieder vermittelt und kundgetan.

Illustration: Maikäfer im hohen Gras mit gelben Blümchen und Marienkäfer
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Illustration: Maikäfer läuft nach links im hohen Gras. Zu sehen sind auch zwei illustrierte gelbe Blumen.